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Geschichte der Sehkorrektur
Streng genommen sind operative Korrekturen der Kurzsichtigkeit bereits in der Frühzeit der Geschichte der Augenchirurgie zu verzeichnen. Sato, ein japanischer Augenarzt, der um die Jahrhundertwende praktizierte, berichtet über Samureikämpfer, die bereits im Mittelalter über Techniken zur, zumindest vorübergehenden, Korrektur der Kurzsichtigkeit verfügten: "Die kurzsichtigen Kämpfer legten sich nachts zum Schlafen auf den Rücken und beschwerten die geschlossenen Augen mit schweren Sandsäckchen."

Auge nach radiärer Keratotomie
Das Gewicht der Sandsäckchen sollte zu einer Abflachung der Hornhaut und damit zu einer Korrektur der Kurzsichtigkeit führen. Satos eigener Ansatz war vielversprechender in der Wirkung, aber häufig nicht unproblematisch für das Auge. Mit dem "Sato-Messer", ritzte er die Hornhaut von innen mit radiären Schnitten auf. Der Effekt war verblüffend: die Hornhaut flachte tatsächlich ab. Leider führte die Behandlung in vielen Fällen zu komplizierten Hornhauttrübungen und starken Sehverlusten, so dass sich diese Methode nicht durchgesetzt hat.
Fjodorov, ein russischer Augenarzt und Erfinder, setzte mit der Entwicklung der radiären Keratotomie Anfang der 70er Jahre neue Maßstäbe. Durch sternförmige Einschnitte in die Hornhautvorderfläche wurden Kurzsichtigkeiten bis zu mehr als -10,0 Dioptrien korrigiert. Die Standardisierung des Verfahrens führte zu kuriosen, damals spektakulären Entwicklungen: Fjodorov ließ seine Patienten auf Fließbändern behandeln.
"Ich gliedere die Operation in 10 einzelne Schritte. Für jeden ist eine Person zuständig. Diese muss kein Arzt sein. Sie muss nur manuell geschickt sein. Der Arzt sollte lediglich wie ein Ingenieur die gesamten Abläufe überwachen und steuern. Wenn nun jeder Operateur seinen Handlungsschritt immer und immer wieder ausübt, wird er eine nicht zu übertreffende Perfektion erlangen. Mit der Standardisierung der Eingriffe erreichen wir eine verbesserte Vorhersagbarkeit und Sicherheit der Operation."
Es bedurfte der amerikanischen PERK-Studie um die mittlerweile auch in den USA sehr erfolgreiche Behandlungsmethode zurückzuwerfen. Es zeigte sich, dass die radiäre Keratotomie nur bei geringen Kurzsichtigkeiten bis zu -4,0 Dioptrien ausreichend vorhersagbar und sicher war. Aber auch in diesem Bereich gab es Effekte, die zu einem Verlust der Wirkung führten.

Fjodorovs OP-Fließband
Erst mit Hilfe eines computergesteuerten Präzisionsinstrumentes, dem Excimer Laser, gewannen ab 1986 die PRK (Photorefraktive Keratektomie) und schließlich seit 1995 die LASIK (Laser in situ Keratomileusis) rasch an Popularität, und die Anwendung nahm seit Beginn der neunziger Jahre explosionsartig zu.

Esiris – unser Excimer-Laser
Nachdem zahlreiche kontrollierte Studien über die Sicherheit, Vorhersagbarkeit, Stabilität und Effektivität der Laserverfahren vorgelegt wurden, haben die augenärztlichen Gesellschaften weltweit die neuen Methoden wissenschaftlich anerkannt. Im Jahre 2001 wurden alleine in den USA über eine Million Patienten behandelt. Computer und Laser waren die Schlüssel zum Erfolg.
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